Jörg Plümacher

Was ist Cloud Computing überhaupt?

“Vereinfacht kann das Konzept wie folgt beschrieben werden: Die IT-Landschaft (in diesem Zusammenhang z.B. Rechenzentrum, Datenspeicher, Mail- oder Kollaborationssoftware, Entwicklungsumgebungen, aber auch Spezialsoftware wie Customer-Relationship-Management (CRM) oder Business-Intelligence (BI)) wird durch den Anwender nicht mehr selbst betrieben oder bereitgestellt, sondern von einem oder mehreren Anbietern als Dienst gemietet. Die Anwendungen und Daten befinden sich nicht mehr auf dem lokalen Rechner oder im Firmenrechenzentrum, sondern in der (metaphorischen) Wolke (engl. „cloud“), die üblicherweise das Internet in gängigen Netzwerkdiagrammen repräsentiert. Der Zugriff auf die entfernten Systeme erfolgt über ein Netzwerk, beispielsweise das Internet. Es gibt aber im Kontext von Firmen auch sogenannte „Private Clouds“, bei denen die Bereitstellung firmenintern und somit nur bedingt über das Internet erfolgt. Die meisten Anbieter von Cloudlösungen nutzen die Poolingeffekte, die aus der gemeinsamen Nutzung von Ressourcen entstehen, für ihr Geschäftsmodell.” (aus Wikipedia Artikel Cloud Computing)

Cloud Computing ist in aller Munde. In erster Linie aber nicht durch die Kunden selbst getrieben, sondern eher von den großen Software Konzernen getrieben, als neues Allheilmittel des neuen Jahrzehnts.

Wenn man sich das aber genauer anschaut gibt es in der Tat schon Bereiche, die sich sehr gut für die Cloud eignen. So sieht man immer mehr Angebote für CRM, ERP, Mail oder Office Software-Produkte. In den meisten Fällen eher standardisierte Software, die keinen großen Anpassungen unterworfen werden müssen. Wie ist das aber nun mit Business Intelligence? Business Intelligence ist traditionell ein Bereich, der meist kundenindividuellen Anpassungen unterworfen ist. Abhängig von den Prozessen eines Unternehmens und auch von den meist angepassten Datenquellen wird eine individuelle Lösung aufgebaut. Wie passt das zu dem Ansatz zukünftig alles in die Cloud zu stellen?

Ich möchte damit beginnen mal eigene Vorbehalte aufzuzählen:

  • – Datensicherheit
  • Warum soll ich meine geschäftskritischen Daten aus der Hand geben?
  • Sind meine Daten dort sicher vor unliebsamen Zugriffen?
  • – Zugriff
  • Wie kann der Zugriff sichergestellt werden, wenn ich keinen Zugriff auf die Cloud habe?


Es gibt aber auch gute Gründe die Cloud auch für BI zu nutzen: 

– Skalierbarkeit
Sowohl das DWH als auch die Anwendungen lassen sich extrem gut skalieren. Das heißt sowohl die Größe des DWH oder auch der Speicherplatz lassen sich auf Wunsch anpassen. Auch wenn die Anzahl der BI Nutzer sich verändert, lässt sich das unmittelbar anpassen.

– Kosten
Man zahlt nur was man verbraucht. In einer “privaten” Umgebung hält man eigentlich immer zu viele Ressourcen vor.

– Datenquellen
Immer mehr Datenquellen werden Online verfügbar sein. Wenn CRM Anbieter heute schon Online Services anbieten, liegen die Daten bereits auch schon in der Cloud. Daten aus der Webanalyse liegen ebenfalls direkt im Web vor. Hier wird es einen Paradigmen Wechsel geben. Wohingegen früher alle Daten lokal vorlagen, werden immer mehr Informationen in der Web-Umgebung bereit stehen.  Eine interessante Plattform für den Austausch von Informationen bietet die Dallas Plattform von Microsoft.

– Nutzbarkeit
Die Informationen und Anwendungen der Cloud stehen weltweit zur Verfügung. Die Daten werden auf verschiedenen Rechenzentren verteilt abgelegt (Geocluster).

– Sicherheit
Daten werden in the Cloud meist sicherer abgelegt als im eigenen Rechenzentrum – mehr Zertifizierungen, mehr Aufwand zur Sicherung der Daten, als im eigenen RZ möglich.

– Installationsaufwand
Der Installationsaufwand für die Plattform entfällt.

Fazit: Derzeit ist es noch zu früh und die Plattformen sind noch nicht so weit entwickelt, dass man komplette Business Intelligence Szenarien in the Cloud realisieren könnte. Sobald aber die großen Hersteller (Beispiel Windows Azure) so weit fortgeschritten sind und Lösungen anbieten, wird sich ein rasanter Markt entwickeln. Gerade für Unternehmen, die einen Großteil Ihrer Datenquellen im Web vorliegen haben bietet sich der Ansatz an. Es werden dann auch immer mehr Services in the Cloud angeboten und immer mehr Datenquellen werden sich dadurch online ergeben.

Mit steigendem Einsatz werden sich die Plattformen beweisen müssen und bei den Kunden vertrauen aufbauen. Wenn dies erreicht ist, wird Cloud Computing genauso funktionieren wie heute unser Strom aus der Steckdose kommt. Keiner wird sich mehr Gedanken machen, wie das gemacht wird, sondern nur noch was man damit alles anfangen kann. Dadurch erreichen wir einen höheren Level und können uns noch mehr auf die Inhalte konzentrieren.

Ich denke es brechen spannende Zeiten an.