David Claßen

Mit "Analytics for Twitter" stellt Microsoft ein kostenloses PowerPivot AddIn zur Verfügung, mit dem Abfragen aus einem Excel 2010 Dashboard heraus gegen die Online-Blogging-Plattform Twitter gestellt werden können. Anschließend lassen sich die mit PowerPivot gespeicherten Daten über ein Excel-Dashboard analysieren.
Diese zur Verfügung gestellte “Demo” eignet sich für die

  • die Twitter immer schon mal analysieren wollten
  • die PowerPivot anhand von Echtdaten kennenlernen wollen
  • die es spannend finden, Excel als Dashboard zu verwenden

Dashboard

Auf der Website http://www.microsoft.com/download/en/details.aspx?id=26213 bietet Microsoft das kostenlose PowerPivot AddIn "Analytics for Twitter" in der Version 1.3.0 zum Download an.
Mit diesem AddIn lässt sich die Online-Blogging-Plattform Twitter.com aus Excel 2010 heraus gezielt nach frei definierbaren Kriterien abfragen und die Abfrageergebnisse direkt analysieren.

Systemanforderungen

  • Als unterstütze Betriebssysteme gibt Microsoft ausschließlich Windows 7 (Professional und Enterprise) an, Wobei ich selbst das AddIn unter Windows XP erfolgreich getestet habe.
  • Microsoft® Office Excel 2010
  • Microsoft® PowerPivot für Excel 2010
  • Mindestens 2 GB RAM

Installation

TwitterAnalytics

Die Installation des AddIns ist eigentlich selbsterklärend.
Nach erfolgreichem Download erhält man die Datei
“Analytics for Twitter.exe”. Per Doppelklick kann die Installation gestartet werden. Nachdem man sich durch den Installationsassistenten geklickt hat erhält man auf dem Desktop die Datei “Analytics for Twitter.xls”
Diese Datei beinhaltet das Dashboard mit allen seinen Funktionen und kann mit Excel 2010 geöffnet und verwendet werden.

Abfragen

Im oberen rechten Bereich des Dashboards befindet sich ein Eingabefeld für die Suchkriterien. In diesem lassen sich diverse Suchbegriffe und Kombinationen von Begriffen definieren. Mehrere Suchkriterien müssen dabei durch ein Komma voneinander getrennt werden. Aktuell unterstützt das Dashboard maximal fünf Suchbegriffe.
Für die Definition der Twitter-Suchanfrage können innerhalb des Dashboards die gesamten Operatoren der Twitter-Online-Suche verwendet werden. Zu beachten ist dabei jedoch, dass ausschließlich die englische Syntax unterstützt wird.
Im Folgenden einige Beispiele für mögliche Suchanfragen:

Suche nach Hashtags

Hashtags sind auf Twitter durch das voranstellen des Doppelkreuz-Zeichens ( # ) , speziell gekennzeichnete Stichworte. Diese lassen sich über die Syntax #Stichwort abfragen. Mehrere Hashtags werden dabei durch ein Komma getrennt.
#mssql,#microsoft,#powerpivot 

Suche nach Begriffen (Freitextsuche)

Im Gegensatz zu der Suche nach Hashtags, die auf Twitter besonders gekennzeichnet werden müssen, entspricht die Suche nach bestimmten Begriffen einer Freitextsuche. Dabei werden Tweets nach dem angegebenen Suchbegriff durchsucht.
mssql,microsoft,powerpivot

Suche nach Erwähnungen

Ein Tweet kann z.B. als eine Antwort direkt an einen bestimmten Tweeter (Autor) gerichtet werden. Dieses wird über ein dem jeweiligen Twitter-Benutzernamen vorangestelltes @-Zeichen kenntlich gemacht.
@Tweeter1,@Tweeter2,@Tweeter3

Suche nach Tweetern

Um gezielt nach Tweets von bestimmen Tweetern (Autoren) zu suchen ist die folgende Syntax zu verwenden:
from:Tweeter4,from:Tweeter5

Kombinierte Suchanfragem

Die beschriebenen Suchkriterien lassen sich untereinander, aber auch durch die Schlüsselworte AND oder OR miteinander kombinieren.
#mssql,R2,@Tweeter1,from:Tweeter2
#mssql AND R2,#PowerPivot OR #Excel,@Tweeter1,from:Tweeter2

Begrenzungen der Suche

Die Suche ist momentan beschränkt auf fünf Suchkriterien und maximal 1500 Tweets pro Tag und pro Suche.

Daten aktualisieren und analysieren

Nachdem die Suchbegriffe eingegeben wurden, wird die Suche mit einem Klick auf den Suche-Button gestartet. Diese kann sich je nach Suchbegriff etwas hinziehen.
Ein kleines Fenster verkündet den Erfolg und gibt auch direkt Anweisungen für die nächsten Schritte.

 

search

 

In zwei Schritten müssen zunächst PowerPivot über den Button PowerPivot – Update All

Update

und anschließend Excel über Data – Refresh All aktualisiert werden.

Refresh

Anschließend bieten sich auf den drei Arbeitsblättern Topics, People und Tone unterschiedlichste Analysemöglichkeiten der abgefragten Twitterdaten. Wobei der Anwender einen sehr schönen Überblick über die grafischen Möglichkeiten von Excel erhält.
Auf dem Arbeitsblatt Details befinden sich die einzelnen Tweets in Listenform, die als Ergebnis der Suche gefunden wurden.  Des Weiteren sind in der Excelmappe auch noch ein Blatt mit einer Kurzanleitung, dem “Stimmungsbarometer” und dem Beispielcode der Anwendung enthalten.
Möchte man der Anwendung noch tiefer unter “die Haube” schauen, kann man sich die versteckten Arbeitsblätter zusätzlich anzeigen lassen (Home – Format – Hide & Unhide – Unhide Sheet). Damit bringt man die abgefragten Rohdaten, die Zeitdimension, einen Debug-Schalter, Informationen über die Entwickler und als Zwischenergebnisse verwendete Pivot-Tabellen ans Licht.

Neben der reinen Funktionalität, dass sich mit diesem Tool auf eine sehr leichte Weise Analysen gegen Twitter fahren lassen, ist dieses Tool auch ein klasse Beispiel für die Positionierung von Excel als BI-Werkzeug.
Aus den langweiligen und unübersichtlichen “Datentapeten” die man von Excel kennt, kann der Anwender nun optisch sehr ansprechende und vor allem interaktive Dashboards erstellen. Durch die Integration von PowerPivot lassen sich in Excel auch große Mengen an Daten handhaben, die zudem auch noch aus den unterschiedlichsten Datenquellen abgefragt und auf Knopfdruck aktualisiert werden können.

Dashboard1Dashboard2Dashboard3

Weitere Informationen zu PowerPivot: http://www.powerpivot.com/
Download Analytics für Twitter: http://www.microsoft.com/download/en/details.aspx?id=26213