Michael Schmahl

Wesentliche Erfolgsfaktoren sind Datenqualität, agiles Vorgehen, Erweiterungs-fähigkeit des Systems sowie übergreifende Auswertungsmöglichkeiten. Relevante Trends sind Stammdatenmanagement, mobile BI und Realtime Daten.

Düsseldorf – Das unabhängige Business Application Research Center (BARC) Institut führte im Frühjahr 2011 eine umfangreiche Online-Befragung bei ca. 200 Entscheidungs-trägern aus IT-Abteilungen und verschiedenen Fachbereichen durch.

In der daraus resultierten BARC-Studie „Data Warehousing – Status quo, Herausforderungen und Nutzen“ äußert sich Herr Dr. Carsten Bange, Geschäftsführer BARC, wie folgt:

„Die separate Speicherung integrierter und homogenisierter Daten in Data Warehouses zur Unterstützung von Entscheidungen ist als nutzbringende Methode etabliert. Doch in letzter Zeit mehren sich die Stimmen, die den Aufbau und Einsatz von Data Warehouses in Frage stellen und nicht mehr als sinnvoll erachten: Die immer dynamischer werdenden Anforderungen an das Geschäftsleben erlauben es nicht mehr, die Zeit für eine strukturierte Sammlung und Aufbereitung von Kennzahlen für Entscheidungen in gesicherten, aber dadurch auch langwierigen Prozessen aufzubringen. Zu unflexibel, zu teuer und zu langsam sind die immer wieder vorgebrachten und sicherlich auch teilweise zutreffenden Kritikpunkte für Data Warehouse-Systeme. …

… Data Warehousing ist sicher ein Konzept mit Zukunft – allerdings ein Konzept, an dem kontinuierlich weitergearbeitet werden muss. Die Studie zeigt klar verschiedene Schwachstellen auf: Die Zielerreichung von Data Warehouse-Projekten kann absolut nicht als befriedigend bezeichnet werden und auch die genannten Herausforderungen hinsichtlich Datenqualität, Agilität und Integration wichtiger Fachbereiche oder übergreifender Auswertbarkeit werden Anwender weiter am Konzept hin und wieder zweifeln lassen und Betreibern große Kopfschmerzen bereiten. Dennoch können wir auch feststellen, dass wichtige Ziele für Systeme zur Entscheidungsunterstützung – allen Voran das Vertrauen in die für die Unternehmenssteuerung genutzten Daten – von Data Warehouses sehr gut unterstützt werden. Trotz aller Mängel und Herausforderungen von Data Warehouse-Systemen schneiden die Alternativen der informellen Organisation von Daten oder die Nutzung der operativen Systeme in vielen Aspekten schlechter ab.

BARC-Umfrage: 'Data Warehousing 2011' – Erwarteter Projektnutzen bleibt aus!

Als konkrete Empfehlungen aus den Studienergebnissen können abgeleitet werden:

  • Setzen Sie realistische Ziele für Data Warehouse-Systeme. Unternehmen können mit einem Data Warehouse vor allem eine Plattform für gesicherte und vertrauenswürdige Daten schaffen, die ein schnelleres Berichtswesen ermöglicht und als Basis für Planungsprozesse und flexible Berichtserstellung durch Fachanwender dienen kann.
  • Agilität muss das primäre Ziel sein. Eine Anpassungsfähigkeit für Änderungen ergibt sich im Zusammenspiel aus vielen Faktoren. Wesentlichen Einfluss haben das Systemdesign mit Datenmodell und Datenlogistik aber auch die Organisation, insbesondere die Prozesse zur Erfassung, Priorisierung und Umsetzung neuer Anforderungen. Der richtige Werkzeugeinsatz kann die Umsetzungsgeschwindigkeit erhöhen. Weitere Möglichkeiten zur Erhöhung der Umsetzungsgeschwindigkeit bestimmter Anforderungen sind das temporäre Betreiben eigener Datenbereiche in „Sandboxes“, die Umsetzung eigener Berichte in Ad-hoc-Berichtswerkzeugen oder das lokale Integrieren eigener Datenquellen.
  • Datenqualität bleibt eine wesentliche Herausforderung für Data Warehouses – gerade weil das primäre Ziel die Bereitstellung vertrauenswürdiger Daten ist. Datenqualität kann nur im Zusammenspiel aus Menschen, Prozessen und Werkzeugen nachhaltig verbessert und erhalten werden. Nichts zu tun bedeutet eine kontinuierliche Verschlechterung der Datenqualität.
  • Evaluieren Sie analytische Datenbanken.
  • Die Datenaktualisierung sollte den Geschäftsanforderungen folgen.
  • Im äußerst wichtigen Bereich Performance und Skalierbarkeit sollte vor allem auf die Entwicklung der Datenmengen geachtet werden. Systeme sollten von Anfang an auf Erweiterungsfähigkeit ausgelegt sein, zum Beispiel durch entsprechende Datenbankarchitekturen mit Parallelisierung oder modular wachsenden Storage-Systemen. Im Zweifel werden sich die Datenmengen im Data Warehouse schneller vergrößern, als zu Beginn von Projekten gedacht.
  • Die Schaffung von fachbereichs- und prozessübergreifenden Auswertungsmöglichkeiten erhöht den Nutzen des Data Warehouse. Gerade die Möglichkeit Prozesse über Abteilungsgrenzen hinweg analysieren zu können, bringt häufig neue Erkenntnisse und Optimierungspotentiale. Übergreifende Auswertungen benötigen Daten, die nicht in Silos organisiert sind und möglichst synchronisiert sind. Gerade hier ist ein einheitliches Stammdatenmanagement sehr wertvoll.
  • Die Verbreiterung der Nutzerbasis im Unternehmen ist ebenfalls ein wichtiges Ziel. Data Warehouse-Technologie entfaltet ihre Nutzenpotentiale nicht nur in Finance/Controlling und Vertrieb sondern kann auch für alle anderen Bereiche eine wichtige Basis der Steuerung sein.
  • Mobile BI-Lösungen sind inzwischen ausgereifter verfügbar und die Nachfrage der Anwender danach wächst deutlich. Unternehmen sollten die Potentiale eruieren und mögliche Umsetzungsszenarien in der eigenen Landschaft planen.“

Quelle: BARC-Studie „Data Warehousing – Status quo, Herausforderungen und Nutzen“, Würzburg, 18.07.2011 (kostenloser Download unter: http://barc.de/ )

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