David Claßen

Tableau bietet von Haus aus bereits eine Menge von unterschiedlichen Farbpaletten mit aufeinander abgestimmten Farben für das einfärben und hervorheben von Visualisierungsinhalten an. Dennoch werde ich sehr häufig danach gefragt, ob es nicht möglich ist, ganz bestimmte eigene Farben, zum Beispiel dem Corporate Identity entsprechend zu verwenden.

Wenn man sich zunächst einmal anschaut, welche Optionen Tableau bei der Farbgebung anbietet, erscheint diese Anforderung als zunächst unlösbar.

Tableau unterscheidet bei den Möglichkeiten der Farbgebung in diskrete und fortlaufende Elemente (grün und blau).

Tableau KategorienEinem diskreten Element kann genau eine Farbe je Ausprägung zugeordnet werden. Dieses ermöglicht die Verwendung sowohl von einfarbigen Farbverläufen (hell zu dunkel) als auch einer Mengen von bestimmter Farben. Beide Möglichkeiten werden in Form einer Farbpalette angeboten und dann den Ausprägungen entweder automatisch oder von Hand zugeordnet. Hierbei lassen sich jedoch nur die von Tableau vorgegebenen Farbpaletten verwenden. Die Definition von eigenen Farben oder Farbpaletten ist an dieser Stelle nicht möglich.

 

 

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Ähnlich aber doch ein bisschen anders sieht es bei den fortlaufenden Elementen aus. Möchte man ein fortlaufendes Element für die Färbung verwenden, hat man die Wahl zwischen Farbpaletten die entweder einen einfarbigen Farbverlauf oder einen Verlauf zwischen zwei Farben abbilden. Eine direkte Zuweisung von bestimmten Farben zu Ausprägungen des Elements ist nicht möglich. An dieser Stelle erlaubt es Tableau durch einen Klick auf die für den Verlauf gewählte(n) Farbe(n) eigen Farbdefinitionen auszuwählen oder auch über entsprechende Farbcodes zu bestimmen.

Tableau unterscheidet in Summe drei unterschiedliche Farbgebungen:

  • zweifarbiger Verlauf (divering)
  • einfarbiger Helligkeits-Verlauf  (sequential)
  • direkte Farbzuweisung je Ausprägung(categorical)

 

Im Folgenden möchte ich zeigen, wie sich Farbpaletten zu den drei Farbgebungen mit eigenen Farben definieren und in Tableau widerverwenden lassen.

Achtung: Das Erstellen von eigenen Farbpaletten wird durch Tableau momentan offiziell nicht unterstützt. Daher legen Sie bitte vor dem ausprobieren entsprechende Sicherungen Ihrer Workbooks an.

Für das erstellen eigener Farbpaletten muss die Konfigurationsdatei von Tableau angepasst werden. Dieses kann mit einem beliebigen Texteditor geschehen. Etwas komfortabler ist es, wenn Sie einen Editor verwenden der XML-Syntaxhighlighting unterstützt, da die Tableau-Konfigurationsdatei XML verwendet.
Des Weiteren sollten Sie wissen, für welche der drei Farbgebungen Sie eine Farbpalette anlegen wollen und entsprechende RGB-Codes für die gewünschten Farben zur Hand haben.

PreferencesDie Konfigurationsdatei Preferences.tps befindet sich Standardmäßig im Tableau Repository (Nach einer Standardinstallation unter Windows unter “My Documents\My Tableau Repository\Preferences.tps”) und enthält nur sehr wenig Inhalt.

Zwischen die beiden Workbook-Tags muss nun zunächst eine neuer Tag mit dem Namen “Preferences” erstellt werden.

In diesen Tag lassen sich dann die neuen Farbpaletten integrieren. Das Vorgehen ist dabei für alle der drei Farbgebungen gleich.

Dieses ist der grundlegende Code zur Definition einer Farbpalette. Der Name der Farbpalette ist frei wählbar, wohingegen als type eine der Ausprägungen regular, ordered-sequential oder ordered-divering angegebene werden müssen. Über das Attribut type wird die Art der Farbpalette bestimmt. Für eine Farbpalette mit bestimmten Farben zur Färbung diskreter Dimensionen ist der type regular zu verwenden. Anschließend lassen sich innerhalb des Tags der Farbpalette de gewünschten Farben durch den entsprechenden Hexadezimalwert wie er auch für Webseiten verwendet wird (#RRGGBB) innerhalb eines Color-Tags definieren.

 

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Für dieses Beispiel habe ich mir auf der Internetseite von Adobe durch den Farbgenerator “kuler” eine Farbpalette generieren lassen und die einzelnen Farbwerte dann oben eingetragen.

Anschließend muss die geänderte Datei gespeichert werden und Tableau gegebenenfalls neu gestartet werden.

Dann steht die selbst definierte Farbpalette zur Färbung von diskreten Dimensionen zur Verfügung.

Auf genau die gleiche Art und Weise lassen sich noch Farbpaletten für den einfarbigen und den zweifarbigen Farbverlauf definieren. Lediglich das Attribut type muss entsprechend angepasst werden und die Anzahl der zu definierenden Farben ist unterschiedlich.

 

Im Folgen ein vollständiges Beispiel für jeweils eine Farbpalette basierend auf den fünf Farbcodes des ersten Beispiels:

 

Mit diesem Vorgehen ist es doch relativ einfach, eigene Farbpaletten zu definieren und diese in Tableau für die Visualisierungen zu verwenden. Somit lassen sich Analysen und Visualisierungen voll in ein bestehendes Berichtswesen oder das Firmenportal integrieren.

Zu beachten ist jedoch, dass die beschriebenen Änderungen sich nur auf die lokale Installation von Tableau auswirken. Verwendete Farbpaletten werden zwar innerhalb des Workbooks gespeichert und stehen somit auch noch nach der Verteilung des Workbooks den Kollegen für die reine Betrachtung zur Verfügung, jedoch stehen die selbst erstellten Farbpaletten für die Verwendung nur demjenigen zur Verfügung, der die entsprechenden Änderungen an der Konfigurationsdatei vorgenommen hat.