Michael Schmahl

Der letzte Blog-Beitrag war kaum geschrieben, da gab es bereits weitaus Bemerkenswerteres aus Redmond zu berichten: Am 24. Juli wird das rundum erneuerte Power BI der Allgemeinheit zur Verfügung gestellt. Mehr als 500.000 Nutzer aus 45.000 Ländern und 180 Nationen haben bereits die Vorschauphase der vergangenen sechs Monaten begleitet. Die Finalversion ersetzt nunmehr „Power BI Office 365“, wobei der Dienst in einer Übergangsphase weiterhin genutzt werden kann.

Zur aktuellen Veröffentlichung hat Microsoft das Leistungsspektrum seiner attraktiven Self-Service-Suite noch einmal wesentlich erweitert. Maßstäbe setzt vor allem die Darstellung der Analyseergebnisse. So werden dem – aus der Vorschau noch als „Power BI Designer“ bekannten – „Power BI Desktop“  nicht nur eine Reihe neuer Visualisierungen und Formatierungsoptionen hinzugefügt. Vielmehr lassen sich die Dienste mit Hilfe des führenden Open-Source-Frameworks D3.js nach Belieben durch individuelle Visualisierungen erweitern. In diesem Kontext wird eine nahezu unbegrenzte Gestaltungsvielfalt auf Basis aller modernen Visualisierungstools geboten. Unternehmen können somit ihr Berichtswesen ganz nach den eigenen Anforderungen maßschneidern. Natürlich stößt hier der Self-Service-Gedanke an seine Grenzen. Derlei Maßnahmen sind eher etwas für IT-Experten und weniger für den Geschäftsanwender. Daher bietet Oraylis zu diesem Thema auch entsprechende Beratungsleistungen für seine Kunden.

PowerBI_Desktop

Aus Power BI Designer wird Power BI Desktop: Geschäftsanwendern stehen jetzt nahezu unbegrenzte Möglichkeiten bei der Visualisierung von Analyseergebnissen zur Verfügung. (Bild: Microsoft Corp.)

Darüber hinaus wurde das – per se schon breitgefächerte – Angebot an direkt verwertbaren Datenquellen nochmals erweitert. Inzwischen liegen 16 verschiedene Content Packs vor, neuerdings auch für Services wie Zendesk, Quickbooks Online, AppFigures, Twilio, Marketo, SweetIQ und GitHub. Im Laufe der nächsten Monate ist eine Reihe weiterer Veröffentlichungen vorgesehen, etwa zu Adobe Analytics, comScore, Azure Mobile Engagement, Sage, SpaceCurve, tyGraph, CurcuitID, Sumo Logic, SQL Sentry, Zuora, Planview, Insightly, Troux und Inkling. Nicht zuletzt gibt es nach der iOS-App für iPhone und iPad jetzt auch ein Pendant für das Google-Betriebssystem Android, das bereits im Google Play Store kostenlos heruntergeladen werden kann. Die Windows-App wurde aktualisiert, wobei die alte Version weiterhin verfügbar ist. Infolgedessen sind mobile Analysen auf allen gängigen Devices möglich.

Indes wird das attraktive Preismodell der Vorschau beibehalten. Die Basisversion ist kostenlos. Ein Office-365-Abonnement ist nicht erforderlich. Die Bezahlversion für 9,99 Dollar pro Nutzer und Monat bietet vor allem zusätzliche Kollaborationsfunktionen und bessere Datenaktualisierungsraten. Ein Vergleich der kostenlosen und kostenpflichtigen Ausgabe findet sich auf der Produktwebsite. Weitere Details zum Leistungsspektrum des neuen Power BI bietet der Microsoft-Blog.