Lukas Lötters

Power BI ist seit Ende Juli erhältlich, wie über den Start in unserem Blog berichtet (Pt.1, Pt. 2). Das Power BI Team von Microsoft war unermüdlich dabei von den Nutzern gewünschte Funktionen umzusetzten. Für das Power BI Webportal erscheinen wöchentlich kleinere Updates. Für Power BI Desktop ist am 24.9 ein großes kumulatives Update erschienen. In dem Update schließt Power BI Desktop zum Power BI Webportal auf, welches durch seinen wöchentlichen Update Zyklus immer die neusten Funktion zuerst erhält. Wer bereits in der Vergangenheit mit Power View oder Power Pivot in Excel gearbeitet hat, wird einige Funktionen wiedererkennen, welche jetzt erst nachgereicht werden, dazu später mehr. Das September-Update umfasst 44 neue Funktionen und Fehlerkorrekturen. Neben neuen Möglichkeiten beim Reporting, gibt es auch einiges im Bereich der Datenmodellierung und Datenkonnektoren. Alle Details zu den 44 neuen Funktionen können unter Link nachgelesen werden. Im Folgenden zeige ich einige der Funktionshighlights. Reporting: Drill Up/Down in Balken und Säulen Diagrammen. Diese Funktion gab es bereits in Power View, fehlte seltsamerweise aber im Release von Power BI, nun hat das Power-BI-Team diese praktische Funktion nachgereicht.

Drill-Down in Power BI Charts

Drill-Down in Power BI Charts

Wie bei Pivot-Tabellen aus dem kürzlich erschienen Excel 2016, unterstützt Power BI jetzt das Suchen in den Attribut-Feldern. Vor allem bei großen Datenmodellen ist diese Funktion eine echte Hilfe, sowohl für Entwickler als auch für Anwender.

Power BI - Suchen in Attributen

Power BI – Suchen in Attributen

Auch ist es nun endlich möglich, Zahlen besser zu formatieren bzw. die Anzeige von Tausender, Millionen etc. zu deaktivieren. Diese sorgte vor allem bei kleinen Zahlenwerten bisher für einigen Unmut bei den Nutzern, wenn Werte als 0 angezeigt wurden.

Power BI - Zahlen formatieren

Power BI – Zahlen formatieren

Datenmodellierung: Das Highlight ist hier, das Erstellen von „Calculated Tables“. Hiermit können Tabellen innerhalb des Datenmodells angelegt werden. Diese verhalten sich wie normale Tabellen und können dementsprechend per Join, Union etc. mit anderen Tabellen verbunden werden. Hiermit kann man zum Beispiel Zwischentabellen erzeugen, welche die Bearbeitung von DAX-Abfragen beschleunigen oder das Gruppieren erstellter Measures ermöglichen. Ebenfalls sehr praktisch ist, dass man Tabellen oder Spalten in die Zwischenablage kopieren kann. Bisher waren Power BI Modelle was den Export angeht eine Sackgasse. Es bleibt zu hoffen, dass, neben dieser einfachen Funktion, noch viele weiter Exportfunktionen folgen werden.

Power BI - Tabellen in die Zwischenablage kopieren

Power BI – Tabellen in die Zwischenablage kopieren

Auch die Funktion für bestimmte Spalten Standardgruppierungsfunktionen festzulegen, erleichtert den Aufbau von Berichten. So kann nun zum Beispiel festgelegt werden, dass der Stückpreis eines Produktes nicht aufsummiert, sondern standardmäßig als Mittelwert angezeigt werden soll.

Power BI - Standardgruppierungen für Spalten einrichten

Power BI – Standardgruppierungen für Spalten einrichten

Datenkonnektoren Hier wurden bestehende Konnektoren verbessert, wie z.B. das Ansprechen mehrere Exchange-Server-Quellen. Neu ist der On-Prem-Spark-Konnektor, mit diesem kann Power BI Desktop direkt mit einem Hadoop-Cluster verbunden werden. Bisher ging dies nur über Umwege, z.B. über den ODBC-Konnektor von Hortonworks zu Hive. Die von vielen Nutzern vermisste Funktion verknüpfte Tabellen beim Import automatisch mit auszuwählen, hat es auch in das September-Update geschafft. Wem diese Funktion bekannt vorkommt, auch diese gab es bereits in Power Query und Excel 2013. Auch wird beim Import jetzt automatisch ein passender Datentyp ausgewählt.

Power BI - Verknüpfte Tabellen auswählen

Power BI – Verknüpfte Tabellen auswählen

Dies waren nur einige der neuen Funktionen. Microsoft geht mit der agilen Produktentwicklung in Power BI eindeutig den richtigen Weg. Wünsche der Community werden schnell und Zeitnah umgesetzt. Auch erhält man schnell Antwort aus dem Entwicklerteam bei Rückfragen. Noch immer fehlen einige wichtige Funktionen, wie ein Enterprise Gateway oder ein SASS Connector für MOLAP Cubes, diese sind allerdings bereits auf dem Power BI Blog angekündigt worden. Da Power BI Desktop keine Update-Funktion besitzt, muss die Software erneut heruntergeladen und installiert werden. Die Software könnt ihr direkt bei Microsoft unter Link herunterladen.