Michael Althaus

Sehr häufig trifft man auf die Vorstellung, der Betrieb von BI Applikationen wäre vergleichbar mit einem Standard IT Betrieb, z.B. eines SharePoint Servers oder eines Exchange Servers. Dem ist leider nicht so. Der Unterschied wird nachfolgend erläutert.

Für den Betrieb von BI Applikationen ist ein vollständig betriebener SQL Server die Grundlage. Hierzu gehören mehrere, teils sehr große Datenbanken. Es werden noch weitere Dienste benötigt, z.B. der SQL Server Agent, Integration Services und Analysis Services. Diese Services benötigen neben einer Infrastruktur auch gewarteten Datenspeicher, eine regelmäßige Datensicherung, Patchmanagement, regelmäßige Reorganisation und Optimierung. Ferner brauchen sie ein Monitoring sowie eine schnelle Problemlösung sofern auf dieser Ebene technische Probleme auftreten. Gleiches gilt für die Netzwerk-Infrastruktur. Ein Datawarehouse lebt von vielen unterschiedlichen Quellsystemen, aus denen Daten über entsprechende Netzwerkverbindungen abgezogen werden. Neben diesen Infrastrukturkomponenten ist dem Bereich auch das Security Management und das Lizenzmanagement zu berücksichtigen. All diese Leistungen sind die Voraussetzung für den Betrieb von BI Applikationen.

Diese Grundvoraussetzungen sind erst einmal nicht BI spezifisch und i. d. R. Teil des allgemeinen IT Betriebs für die Infrastruktur. Hier ist es sinnvoll den Betrieb zentral zu organisieren. Dabei ist die Datenbank die Standardkomponente, welche die zentrale Grundlage für die BI Applikationen bildet. Dieses kann von einer zentralen Betriebseinheit wahrgenommen werden möglich. Zudem ist dann sichergestellt, dass die BI Datenbank analog zu allen anderen Datenbanken im Unternehmen betrieben und gewartet wird.

Auf der Datenbank laufen dann BI Applikationen, die gemäß spezifischer Anforderungen entwickelt werden. Aufgrund des oftmals täglich, u. U. aber auch häufiger, laufenden Datenabzugs und der nachgelagerten Datenverarbeitung entstehen komplexe Abhängigkeiten zu den Quellsystemen. Eine übergeordnete Prozesssteuerung sorgt im Rahmen der BI Applikationen für einen automatisierten Betrieb. Trotzdem entstehen hier immer wieder Störungen, die vielfältige Ursachen haben können (Server Infrastruktur, Netzwerk-Connectivity, Quellsystem Verfügbarkeit, strukturelle Änderungen der Quelldaten, …). An der Stelle unterscheiden sich BI Applikationen schon von vielen standardisierten Systemen.

Auf Basis der bereitgestellten Infrastruktur und o. g. Services werden die BI Applikationen betrieben. Hierzu gehört im Wesentlichen die Überwachung der regelmäßig laufenden Datenbewirtschaftung. Sofern keine Störungen auftreten, laufen die Prozesse i. d. R. vollständig automatisch. Diese Funktionalität wird mittels eines Monitorings überwacht. Abbrüche der Prozesse sind eher selten und meist auf Infrastruktur- oder Datenquellen-Probleme zurückzuführen. In einem solchen Fall werden die Prozesse neu gestartet. Bei einer guten Implementierung von BI Applikationen ist ein Wiederanlauf an jeder Stelle möglich. Dabei bedarf es aber einer ausreichenden Kenntnis über die BI Applikationen, um den besten Wiederanlaufpunkt bestimmen zu können.

Bis hierhin gibt es schon Differenzen zwischen dem Betrieb von BI Applikationen und standardisierten IT Systemen, aber diese sind noch nicht so signifikant. Sobald aber der Bereich Wartung ins Spiel kommt, werden die Unterschiede sehr deutlich. Details dazu folgen im zweiten Teil zu diesem Thema.