Michael Althaus

Neben den betrieblichen Regeltätigkeiten im Rahmen des Monitorings der Prozesssteuerung und der Beladung für BI Applikationen gibt es adhoc Aufgaben, die eine häufigere Einbindung des Wartungsbereichs erfordern. Aus Anwendersicht gibt es eine Vielzahl von Ursachen, die zu Störungen bei BI Applikationen führen können:

Störungen in den Datenquellen:
Die Datenquellen liefern keine aktuellen Daten mehr oder sind technisch nicht erreichbar. Teilweise finden auch nicht angekündigte Softwareaktualisierungen in den Quellsystemen statt oder es treten neue, unbekannte Ausnahmen in den originären Daten selbst auf. Die Fehlerbilder sind sehr vielfältig und bedürfen einer entsprechenden Root Cause Analyse, um die wirkliche Ursache von den Symptomen zu trennen.

Störung der Infrastruktur:
Die bereitgestellte Infrastruktur kann in Teilen ausfallen. Nach Behebung des Problems können die verarbeiteten Daten veraltet oder teilweise sogar inkonsistent sein. Oftmals reicht ein Neustart der Beladung, um fehlende Daten zu ergänzen. Sollte das aber nicht die gewünschte Wirkung erzielen, so ist im ersten Schritt eine Analyse der Daten im Quellsystem sowie in den BI Applikationen erforderlich, um die Differenzen zu erkennen und geeignete Maßnahmen zur Korrektur abzuleiten. Diese können dann spezifische Entwicklungstätigkeiten erfordern, um am Ende den konsistenten Zustand wiederherzustellen. Dieses Worst Case Szenario ist sehr selten und lässt sich durch gut umgesetzte BI Applikationen auch weitestgehend vermeiden.

Regelmäßiger Upgrade der Applikation:
Die BI Applikationen werden laufend weiterentwickelt. In Folge werden in regelmäßigen Abständen Aktualisierung der BI Applikationen vorgenommen. Dabei wächst die Komplexität stetig an. Erfahrungsgemäß treten unmittelbar nach einer Aktualisierung Häufungen in den Störungsmeldungen auf. Das ist ein nur bedingt zu vermeidendes Phänomen. Dieser Zeitraum im Anschluss an die Release Einspielung wird als Stabilisierungsphase bezeichnet. In agilen Projekten ist diese Phase aufgrund der vielen Lieferungen entsprechend häufiger einzuplanen.

Fachlich inkorrekte Daten:
Im Rahmen der Anwendung von BI Applikationen wird es immer wieder Störungsmeldungen in Bezug auf fachlich inkorrekte Daten geben. Erfahrungsgemäß ist ein Teil dieser Fehlermeldungen nicht auf technische Probleme zurückzuführen, sondern auf eine Fehlinterpretation des Anwenders oder auf Sonderfälle, die in der Konzeption der BI Applikationen nicht angefordert bzw. berücksichtigt wurden. Diese Fälle sind nur bedingt direkt zu lösen, da vorher oftmals eine Bewertung durch den fachlichen Experten in Zusammenarbeit mit dem BI Entwickler erforderlich ist. Eine anschließende Lösungsfindung ist dann nur zusammen möglich, um die fachliche Ausprägung korrekt zu berücksichtigen.

Viele der hier genannten Fehler sind für das Monitoring ganz oder in Teilen unsichtbar. Betriebsprozesse laufen u. U. fehlerfrei durch. Erst der Fachanwender bemerkt Unzulänglichkeiten in der Datenqualität und meldet diese in Form von Störungen. Die Fehler müssen nachgestellt und analysiert werden. Oft liegt die Ursache auch außerhalb der BI Applikationen. In den Fällen können Datenfehler der Quellen evtl. nicht mehr in den Quellen selbst beseitigt werden. Dann ist eine Datenkorrektur innerhalb der BI Applikationen erforderlich, obwohl dort nicht die eigentliche Ursache liegt.

Die Behebung des Problems ist mit der Beseitigung des Fehlers aber nicht zwingend erledigt. Die Datenbewirtschaftung muss u. U. neu gestartet werden. Idealerweise unterstützt der Bewirtschaftungsprozess eine partielle Beladung, damit nicht alle Daten neu geladen werden müssen, was im besten Fall auch vom Quellsystem unterstützt wird. Je nach Systemgröße kann dieses längere Zeit in Anspruch nehmen. Dabei ist die Laufzeit der Beladung nicht von der Leistungsfähigkeit des Betriebsteams abhängig, sondern hauptsächlich von der Leistungsfähigkeit der bereitgestellten Infrastruktur und des Quellsystems. Erfahrungsgemäß sind die Laufzeiten am Tag langsamer als in der Nacht, weil tagsüber Anwender die Systeme nutzen und somit belasten.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Betrieb von BI Applikationen hochgradig automatisiert ist und nur begrenzten Arbeitsaufwand im Rahmen der Regelprozesse erfordert. Die Beseitigung von Störungen im Rahmen der Wartung hat aber viele Abhängigkeiten und erzeugt dadurch einen signifikanten, in Teilen stark fachlich geprägten Aufwand. Dadurch unterscheidet sich der Betrieb wie auch die Wartung von BI Applikationen erheblich vom Betrieb von standardisierten Systemen.