Stefan Zawacki

In Azure können neue virtuelle Computer aus Images erstellt werden, die Microsoft zur Verfügung stellt. Diese enthalten in der Regel nur die Betriebssystem und je nach Vorlage auch noch eine Version des SQL Servers vorinstalliert. Da die Installation eines neuen Computers meistens viel Zeit in Anspruch nimmt, bietet sich die Erstellung eines Custom Images in Azure an. Dadurch wird ein fertig installierter virtueller Computer als Vorlage für neue virtuelle Computer verwendet. In diesem Tutorial lernen Sie, wie man aus virtuellen Computern in Azure Custom Images erstellt und die anschließende Erstellung von neuen virtuellen Computern aus den Custom Images.

 

Vorbereitungen zum erstellen von Cutsom Images

Bevor ein virtueller Computer als Vorlage für ein Image genutzt werden kann, muss dieser vorbereitet werden. Dazu wird das System Preparation Tool Sysprep.exe verwendet. Der Aufruf erfolgt über die Commandline. Sysprep liegt im Verzeichnis „C:\windows\system32\sysprep“. Die Vorbereitung ist notwendig, damit neue virtuelle Computer, die später auf Grundlage des Image erzeugt werden dynamisch neue Netzwerknamen und IP-Adressen erhalten. Ansonsten kann es in virtuellen Netzwerken zu Konflikten kommen. Ebenso wird der Account des lokalen Administrators entfernt und später bei der Anlage des virtuellen Computers aus dem Custom Image neu generiert.
Vorsicht ist geboten, wenn ein virtueller Computer beispielsweise einen SQL Server Installation enthält, hier darf kein Sysprep verwendet werden, da ansonsten die Benutzer, die bei der SQL Server Installation angelegt werden gelöscht werden.

Zur Erzeugung von Images sollten keine virtuellen Computer genutzt werden, die später noch benötigt werden, da der virtuelle Computer im Verlauf der Image-Erstellung gelöscht wird.

Commandozeilenaufruf von Sysprep zur Vorbereitung von Custom Images

 

Nach dem Start erscheint ein Konfigurationsfenster in dem folgende Einstellungen gemacht werden müssen:

1. Unter „System Cleanup Action“ die Option „Enter System Out-of-the-Box Experience“ wählen
2. Die Checkbox „Generalize“ aktivieren
3. Bei „Shutdown Options“ „Shutdown“ auswählen

Sysprep Optionen zur Vorbereitung von Custom Images

Im Anschluß bereitet Sysprep den virtuellen Computer vor, dieser Vorgang kann mehrere Minuten in Anspruch nehmen. Nach Abschluss wird der Computer heruntergefahren.
Über das Azure-Portal muss der virtuelle Computer anschließend noch heruntergefahren werden, sodass sein Status „Angehalten (Zuordnung aufgehoben)“ ist.

 

Erzeugen von Custom Images in Azure

Um das Image zu erzeugen, am unteren Rand „Aufnehmen“ wählen und einen Namen, sowie eine Beschreibung für das Image angeben.

Custom Images in Azure erstellen

 

 

Nach Abschluss kann in fünf einfachen Schritten aus dem neue Image ein virtueller Computer erzeugt werden.

 

Anlegen von virtuellen Computern aus Custom Images

Im ersten Schritt, am unteren rechten Rand der Seite auf „Neu“ klicken und im Anschluss die Menüeinträge „Compute“, „Virtuelle Computer“ und zuletzt „Aus Katalog“ auswählen.

Neuen virtuellen Computer aus Custon Images in Azure anlegen

 

Der Konfigurationsdialog führt durch die Anlage des neuen virtuellen Computers.

Im zweiten Schritt wird das Image ausgewählt. Hier kann das zuvor erstelle Image unter dem Menüpunkt „Eigene Images“ ausgewählt werden.

Image auswählen

Im dritten Schritt wird der Name des Computers und die Hardwarekonfiguration festgelegt.

Virtuellen Computer erstellen

Im vierten Schritt kann ein bereits existierende Clouddienst, in dem der Computer zur Verfügung gestellt werden soll ausgewählt werden, oder es kann ein neuer angelegt werden. Ebenso wird hier der DNS-Name und die Subnetzmaske festgelegt.

Clouddienst-Konfiguration

Im letzten Schritt können zusätzliche Dienste aktiviert, oder deaktiviert werden. In den meisten Fällen werden die Standardeinstellungen hier ausreichend sein.

Dienstkonfiguration

Danach beginnt die Bereitstellung des virtuellen Computers, dieser Vorgang kann mehrere Minuten dauern. Den Status kann man in der Übersicht einsehen. Wenn der Status „wird ausgeführt“ lautet, kann die virtuelle Maschine verwendet werden.