Stefan Zawacki

Microsoft biete seit kurzem mit den Azure DevTest Labs eine neue Möglichkeit virtuelle Computer automatisiert anzulegen und zu verwalten. Im ersten Beitrag dieser vierteiligen Tutorial-Reihe, geben ich Ihnen einen Überblick über die Möglichkeiten die Ihnen die Azure DevTest Labs  bieten.

 

Azure DevTest Labs ist ein neuer Resourcen-Type in Microsoft Azure, der sich seit kurzem in der Preview-Phase befindet. Daher stellen alle in dieser Tutorial-Reihe zusammengetragenen Informationen den aktuellen Ist-Zusand dar. Bis zum endgültigen Release können noch Änderungen von seiten Microsofts einfließen.

 

In dieser vierteiligen Reihe werden die folgenden Themen behandelt:

 

Um die einzelnen Schritte der Tutorials mitmachen zu können genügt ein kostenloser Azure Account, den Sie unter: https://portal.azure.com anlegen können.

 

Im ersten Teil gebe ich Ihnen einen Überblick über die Funktionalitäten und Möglichkeiten, die Ihnen Azure DevTest Labs bieten. Ich zeige Ihnen, wie man ein DevTest Lab erstellt und wie man neue virtuelle Computer hinzufügt.

 

Mit den Azure DevTest Labs kann der Benutzer auf einfache Weise virtuelle Maschinen konfigurieren und erzeugen. Die Konfiguration in Form eines Templates (Formular) speichern und aus diesen weitere virtuelle Maschinen erzeugen. In den Formulars kann nicht nur die Hardwarekonfiguration festgelegt werden, sondern auch die Software, die beim Erzeugen der virtuellen Maschine gleich mit installiert werden soll.

Alle virtuellen Computer eines DevTest Labs werden automatisch mit einem virtuellen Netzwerk verbunden, das beim Anlegen des Labs automatisch erzeugt wird.

Für jedes Lab kann ein eigener Start- und Shutdown-Zeitplan festgelegt werden, der die virtuellen Computer des Labs zu festgelegten Zeiten herauf und herunter fährt.

Azure DevTestLabs sind kostenlos. Kosten fallen nur für die angelegten virtuellen Maschinen an.

 

Anlegen eines neuen DevTest Labs

Um ein neues DevTest Lab anzulegen wählen Sie den gleichnamigen Menüpunkt aus.

 

DevTest Labs anlegen

 

Die Übersicht ist zu Beginn noch leer, da noch kein Lab vorhanden ist. Sollten Sie mehrere Subscriptions in ihrem Azure Account eingerichtet haben, so wählen Sie im obigen Dropdown-Menü alle Subscriptions aus, die Sie in der Übersicht anzeigen lassen möchten. Anschließend klicken Sie auf „Add“, um ein neues Lab anzulegen.

 

DevTest Labs create

Geben Sie ihrem Lab einen eindeutigen Namen, ich wähle hier „DemoLab“ aus. Darunter legen Sie fest in welcher Subscription Sie das neue Lab anlegen lassen wollen. Die „Location“ sollten Sie gemäß ihres Standortes auswählen. Die Auswahl für den „Auto Shutdown“ belasse ich auf den Default-Einstellungen. Änderungen daran kann ich im Nachhinein noch vornehmen.

Den „Storage Type“ hingegen, kann ich nachträglich nicht mehr ändern, daher sollte ich mir hier genau überlegen welche Auswahl ich hier treffe. Der „Premium Storage“ bietet Zugriff auf leistungsfähigere Hardwarekonfigurationen, die ich für diese Tutorial aber nicht benötige, daher entscheide ich mich für den kostengünstigeren „Standard“ Storage.

Nachdem Klick auf „Create“ wird mein neues DevTest Lab angelegt.

 

Konfiguration des DevTest Labs

Nachdem das Lab angelegt wurde öffnen wir die Übersicht und wir sehen die Einstellungen unseres noch leeren Labs.

 

DevTest Lab settings

 

Im rechten Seiten-Menü sehen wir die Menüpunkte für die von mir Eingangs beschrieben Funktionen des Labs.

Zuerst schauen wir uns das virtuelle Netzwerk unseres Labs an und klicken auf „Virtual Network“.

 

DevTest Labs virtuel Network

 

Ein virtuelles Netzwerk wurde automatisch mit dem neuen Lab angelegt und hier hätte ich nun auch die Möglichkeit, über die Schaltfläche „Add“, ein anderes Netzwerk für mein Lab auszuwählen. Das ist zum Beispiel dann Sinn voll, wenn ich bereits ein virtuelles Netzwerk habe, das mit meinem Firmennetzwerk verbunden ist und ich die virtuellen Computer meines Labs ebenfalls mit meinem Firmennetzwerk verbinden möchte.

Klicke ich auf den Namen des Netzwerks, so kann ich mir die Konfiguration ansehen.

DevTest Labs Virtuel Network Config

 

Habe ich mehr als ein Netzwerk in meinem Lab, so kann ich hier über die Checkbox „USE IN VM CREATION“ festlegen, mit welchen Netzwerken meine virtuellen Computer bei der Erzeugung verbunden werden.

Als nächstes werfen wir einen Blick auf die Zeitpläne und wählen zunächst den Menüpunkt „Auto shutdown“.

 

DevTest Labs shutdown

 

Da ich beim Erstellen des Labs den Auto Shutdown auf „Enable“ belassen hatte, ist dieser nun bereits aktiv und würde alle virtuellen Computer des Labs jeden Tag um 19:00 Uhr herunter fahren. Diese Verhalten kann ich später noch für jede erstellte virtuelle Maschine separat abschalten, da es beispielsweise erforderlich sein kann, dass ein Server im Lab 24 Stunden am Tag verfügbar sein muss.

Unter dem Menüpunkt „Auto start“ bekomme ich einen kleinen Kalender angezeigt, mit dem ich das Startverhalten der virtuellen Computer im meinem Lab ein wenig genauer steuern kann.

 

DevTest Labs start

 

Neben der Uhrzeit kann ich hier auch noch die Tage der Woche festlegen, an denen die virtuellen Computer automatisch hochgefahren werden sollen.

Mit diesen beiden Optionen bekommt man eine einfache Möglichkeit zum automatisierten Starten und Stoppen von virtuellen Computern und benötigt keine Runbooks mehr um einfache Start- Stopp-Szenarien umzusetzen. Wie man aufwändigere Anforderungen für das Starten und Stoppen von virtuellen Maschinen in Azure, mit Hilfe von Runbooks, umsetzt habe ich bereits ausführlich in diesem Beitrag beschrieben.

 

Anlegen eines neuen virtuellen Computers

Um nun einen neuen virtuellen Computer in unserem Lab anzulegen, klicken wir in der Übersicht auf „+ Lab VM“.

Im ersten Schritt muss ein Basis-Image ausgewählt werden und ich bekomme eine lange Liste mit allen in Azure verfügbaren Images angezeigt. Ich entscheide mich für den „Windows Server 2012 R2“ und klicke den entsprechend Eintrag an.

 

DevTest Labs select Image

Danach nehme ich die Konfiguration der virtuellen Maschine vor.

 

DevTest Labs Vm config

 

Hier vergebe ich einen Namen für den Computer und lege Benutzernamen und Passwort fest. Mit der „VM Size“ lege ich die Hardwarekonfiguration fest. Standardmäßig ist hier „Standard_A0“ voreingestellt. Da für dieses Tutorial aber eine günstigere Variante völlig ausreichend ist, klicke ich auf die Schaltfläche und kann nun aus einem neuen Menü meine gewünschte Konfiguration auswählen.

 

DevTest Labs Vm hardware configuration

Zu jeder Konfiguration bekomme ich gleich einen geschätzten Preis angezeigt, der mir einen ungefähre Vorstellung von den zu erwartenden Kosten gibt. Ich wähle hier die Konfiguration „Basic A2“ aus.

Unter dem Punkt „Subnet“ sehe ich bereits das virtuelle Netzwerk vorausgewählt.

Zuletzt kann ich noch Softwareinstallationen für meine zu erstellende virtuelle Maschine festlegen. Diese verbergen sich hinter dem Punkt „Artifacts“.

Hier bekomme ich eine Auswahl an bereitstehenden Installationspaketen für meine virtuelle Maschinen. Darin enthalten sind beispielsweise Installationspakete für 7-Zip, Fire Fox, oder auch Chrome. Ebenso habe ich die Möglichkeit Pakete des Paketmanagers Chocolatey in meine Installation einzubinden.

 

DevTest Labs Vm artifact selection

Ich habe auch die Möglichkeit eigene Softwarepakete bereit zu stellen und hier in dieser Übersicht verfügbar zu machen. Wie das umgesetzt wird  zeige ich Ihnen im vierten Teil dieser Reihe.

Ich entscheide mich an dieser Stelle für die Installation von 7-Zip und klicke den entsprechenden Eintrag an.

 

DevTest Labs Vm add Artifact

Es öffnet sich ein neues Menü, in dem ich die Schaltfläche „Add“ anklicke, um 7-Zip zu meiner Installation hinzuzufügen.

 

DevTest Labs Vm remove Artifact

 

Ich bekomme nun über der Artefakt-Auswahl angezeigt, dass ich ein Artefakt zur Installation ausgewählt habe. Möchte ich dieses wieder löschen, so klicke ich diese Anzeige an und wähle aus der Liste der ausgewählten Artefakte das zu löschende aus. Mit einem Klick öffne ich das Kontextmenü und wähle hier den Punkt „Delete“. Für das Tutorial belasse ich 7-Zip in der Installation und schließe das Menü.

 

Nachdem ich meine Auswahl der Artefakte abgeschlossen habe kehre ich wieder in die Konfiguration meiner virtuellen Maschine zurück und kann nun mit einem Klick auf „Create“ meine virtuelle Maschine erstellen lassen.

 

DevTest Lab create VM

 

In der Übersicht meines Labs sehe ich nun das der neue virtuelle Computer erzeugt wird. Klicke ich auf die VM in der Liste, so wird mir das Menü der virtuellen Maschine angezeigt, so wie ich es von den manuell erstellen VMs gewohnt bin.

 

 

DevTest Lab ready VM

 

Hier kann ich die Maschine starten, stoppen und mir die RDP-Connection herunterladen. Zusätzlich kann ich hier noch, wie zuvor in diesem Beitrag erwähnt, die virtuelle Maschine vom automatisierten Starten und Stoppen ausschließen, indem ich den Haken unter „OPT-IN“ entferne.

Wenn ich mich mit der virtuellen Maschine verbinde kann ich die Suche aufrufen und direkt die mitinstallierte Software benutzen.

 

DevTest Labs connect to VM

 

 

Damit endet der erste Überblick über die Funktionen der Azure DevTest Labs. Sie haben gesehen wie man eine neues Lab anlegt, welche Einstellungsmöglichkeiten es gibt und wie man eine neue virtuelle Maschine im Lab anlegt. Im zweiten Teil der Reihe werfen wir einen Blick auf die Möglichkeiten die uns die Formulas bieten, um virtuelle Maschinen templatebasiert zu erzeugen.