Thomas Telaak

Immer mehr Unternehmen in Deutschland setzen im Rahmen von Digitalisierungsprojekten auf die Microsoft Azure Platform. Mit Azure und Office 365 bietet Microsoft viele seiner Produkte als hochverfügbare und skalierbare Dienste in der Cloud an. Jeden Monat kommen neue Dienste dazu und bestehende Bereiche erhalten neue Features.

Grund genug um die Updates näher zu beleuchten und mit Hilfe einer Zusammenfassung einen besseren Überblick über die einzelnen Produkte und ihre Features zu geben.

Der folgende Blogpost fasst die wichtigsten Neuerungen aus dem August 2017 zusammen.

Azure Data Catalog

Waren einige Themen bereits tot geglaubt, bekommen Sie plötzlich wieder Aufmerksamkeit. So wie der Data Catalog, dieser hat im August einige neue Funktionen spendiert bekommen:

Administratoren können nun detailliertere Berechtigungen vergeben. Somit kann festgelegt werden wer

  • Metadaten und Tags zu Datenquellen anlegen und pflegen darf
  • Neue Datenquellen registrieren darf
  • Sich selbst zum Besitzer von Datenquellen machen darf

Außerdem werden nun Metadaten bezüglich der Relationen einzelner Tabellen aus den Quellen SQL Database, MySQL Database und Oracle gezogen. Die Relationen werden dann beim Betrachten der Tabellen angezeigt und können direkt durchsucht werden.

Das Definieren bzw. Verwalten der Verbindungen zwischen Datentöpfen kann nun auch über die API erfolgen.

Azure Data Catalog – Relationships and related Data

Azure Data Calalog – enhanced permissions

Die Weiterentwicklung ist laut Microsoft noch lange nicht am Ende und auch der September wird neue Features für den DC bringen.

Azure SQL Database

Einige neue Dinge hat es auch im Bereich Azure SQL Database gegeben. Die SQL DB wird nun standardmäßig im 140 Kompatibilitätsmodus ausgerollt.

Sie enthält damit neue Features aus dem SQL Server 2017.

Mehr dazu:

Azure SQL DB – compatibility level 140

Bestehende Azure SQL Instanzen müssen übrigens manuell aktualisiert werden.

Azure SQL DB – default compatibility level 140

Darüber hinaus ist es nun möglich Storage und Compute unabhängig voneinander zu skalieren. Beispielsweise konnte eine Azure SQL DB S3 Instanz bisher mit maximal 250 GB Storage betrieben werden. Die 250 GB waren im Preis inbegriffen. Nun kann auf über ein Terrabyte skaliert werden. Die Kosten für den zusätzlichen Speicher betragen im Standard Modus 0,085 $ / GB / Monat und im Premium Modus 0,175 $ / GB / Monat.

Azure SQL DB – Storage Add-Ons

Transparent Data Encryption (TDE) war bereits lange ein Feature der Azure SQL DB. Bisher waren die Schlüssel jedoch in der Hand von Microsoft. Nun können auch eigene Schlüssel für die Verschlüsselung der Datenbank verwendet werden. Die Schlüssel können im Azure Key Vault gespeichert werden.

Azure SQL DB – Bring your own key (TDE)

Die SQL Server Management Tools erhalten Verbesserungen in Sachen Azure AD Authentifizierung. Bisher war es zum Beispiel nicht möglich die Azure AD Authentifizierung zu verwenden, wenn die Multifaktor-Authentifizierung (MFA) angeschaltet war. Außerdem konnten Azure AD Gastbenutzer (z.B. @gmail.com, etc) sich nicht authentifizieren. Dies ist nun beides möglich.

Azure SQL Tools – AAD extensions

Azure Blobstore

Der Azure Blob Store ist nun in einer weiteren Abrechnungsvariante verfügbar. (Preview)

Nach „kalt“ und „heiß“ gibt es nun auch die Variante „Archiv“. Die Archiv Variante soll der günstigste Storage werden, den Microsoft bereitstellt. Zugriffe auf diesen Speicher sind jedoch teuer. Daher eignet er sich speziell für Backups, etc.

Genaue Preise sind aktuell noch nicht bekannt.

Azure Storage – Archive Tier

Azure Analysis Services

Für die Anbindung von On-Premise Datenquellen wird, wie bei vielen anderen Azure Diensten auch, ein Gateway benötigt. Dieses war bisher eine eigene Software, die nicht mit der Gateway Software für z.B. Power BI kompatibel war. Das wurde nun geändert, die Gateway Software von Power BI kann nun auch für Azure Analysis Services verwendet werden.

Azure Analysis Services – Gateway Support

Ein weiteres spannendes Feature ist der neue Web Designer, den Microsoft dem Dienst spendiert hat. Mit dem neuen Designer können tabulare Modelle im Browser erstellt werden.

Hauptsächlich soll dies der schnelle Erstellung einfacher Modelle und Kennzahlen dienen. Die bewährten Data Tools stellen nach wie vor die Haupt-Entwicklungsumgebung dar.

Azure Analysis Services – Webdesigner

Azure Data Factory

Auch die Data Factory hat ein paar Verbesserungen erhalten. Das Datamanagement Gateway (übrigens nicht Kompatibel zu dem Power BI / Analysis Services Gateway)  kann nun hochverfügbar ausgerollt werden. Damit geht auch die Möglichkeit das Gateway für bessere Performance zu skalieren einher.

Zukünftig kann bei Kopiervorgängen eine Fehlertoleranz hinterlegt werden. Der Data Factory Job bricht dann nicht bei einer Fehlerhaften Datei / Zeile ab.

Außerdem kann für die Verbindung mit dem Data Lake Store ein Service Principal verwendet werden. Bisher musste die Verbindung umständlich über die eigenen Credentials erstellt werden. Diese waren nur eine begrenzte Zeit gültig.

Azure Data Factory – New Features